Namensgebungsfeier unserer Schule am 26. Februar 1999

Hauptschule trägt Namen der Geschwister Scholl
Feier mit weißen Rosen und einer Widerstandskämpferin  

"Ich wünsche mir, daß diese Schule nie zur schweigenden Mehrheit gehören wird." Die alte Dame, die da hinter dem Pult sitzt und vor sich eine weiße Rose liegen hat, heißt Dr. Marie-Luise Schultze-Jahn und ist als Mitglied der Widerstandsbewegung im Dritten Reich, "Die weiße Rose", die Festrednerin der Namensgebungsfeier für die "Geschwister-Scholl-Hauptschule" in Aichach.

In der Aula hängt eine Bronzeplastik des Künstlers Heinz Torge aus Ried bei Schrobenhausen, die täglich an die Geschwister Hans und Sophie Scholl erinnert. Beide sind im Februar 1943 mit dem Fallbeil hingerichtet worden. 55 Jahre später, im vergangenen Jahr 1998, hat die Regierung von Schwaben den Namen "Geschwister-Scholl-Schule" genehmigt.
In seiner Ansprache erinnerte Rektor Walter Dufey an die problematische Namensfindung. Die Geschwister Scholl setzen sich nicht auf Anhieb als "Paten" durch.
Was die Festrednerin Dr. Marie-Luise Schultze-Jahn besonders beeindruckte, war die nachdenkliche Spielszene der Theatergruppe. Die Schüler lasen Texte aus den Flugblätttern der "Weißen Rose", brachten Beispiele des Widerstandes damals und übertrugen diese auf die heutige Zeit.

 

Heinz Torge spricht über sein Werk 

 

"Mein zweiter, ganz freiwilliger Aufenthalt in Aichach", schrieb Dr. Marie-Luise Schultze-Jahn ins Goldene Buch. Bürgermeister Klaus Habermann empfing die einst in Aichach inhaftierte Widerstandskämpferin.

Frau Dr. Marie Luise Schultze-Jahn