An der Hauptschule zur mittleren Reife

Informationsveranstaltung in Aichach -  Derzeit besuchen 400 Schüler M-Klassen im Landkreis

Die M-Züge an den Hauptschulen im Landkreis Aichach-Friedberg erfreuen sich steigender Beliebtheit. In Aichach, Friedberg und Mering besuchen etwa 400 Schüler derzeit diese "Mittlere-Reife-Klassen". Die Geschwister-Scholl- Hauptschule Aichach bietet am Donnerstag, 3. März, einen Informationsabend zum M-Zug für Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler an.

Konrektor Manfred Zwerenz berichtet von positiven Erfahrungen mit den Jugendlichen. "Die M-Klassen sind Teil der Hauptschule als weiterführende Schule. Wer seine Entscheidung in der vierten Klasse nicht treffen kann, erhält Jahre später neue Möglichkeiten." Die Klassenleiter könnten dies nur bestätigen. Wenngleich sie wüssten, dass dies ein anstrengender Weg sei, würden sich die Schüler in diesen Klassen durchwegs wohl fühlen und hohe Leistungsbereitschaft zeigen. Die homogene Klassensituation wirke zusätzlich positiv auf den einzelnen Schüler.

Erforderlich ist aber ein Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch von 2,33 im Halbjahreszeugnis der sechsten Klasse, für Seiteneinsteiger in die 8. oder 9. Klasse gilt sogar 2,00 als Grenze. Andernfalls ist eine Bildungsempfehlung der bisherigen Schule nötig. Diese kann die Lehrerkonferenz aussprechen, wenn der Schüler aufgrund seines Arbeitsverhaltens Aussicht hat, die mittlere Reife zu erlangen. Im Extremfall kann auch nach dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss in den M-Zug umgestiegen werden. Der Schnitt im QA beträgt 2,33, wobei in Deutsch, Mathematik und Englisch ein Durchschnitt von 2,00 erreicht werden muss. Ansonsten ist eine Aufnahmeprüfung in diesen Fächern notwendig. "Kinder, die erst mit zunehmendem Alter bessere Schulleistungen erbringen, werden dadurch nicht mehr von einem weiterführenden Bildungsangebot ausgeschlossen", so Zwerenz.

 

Die Akzeptanz der Wirtschaft, M-Schüler in Lehrverhältnisse zu übernehmen, ist aufgrund der positiven Erfahrungen sehr hoch. In allen Berufsfeldern haben sich in den letzten Jahren die Anforderungen an die Azubis deutlich erhöht. Die M-Schüler verfügen über eine praxisorientierte Ausbildung, die durch den vierjährigen Unterricht in einem der praktischen Fächer (Kommunikationstechnik, Hauswirtschaft oder Werken) grundgelegt wird. Zusätzlich wird in den neunten und zehnten Klassen seit diesem Schuljahr Rechnungswesen als Wahlfach angeboten. Die M-Schüler zeigen großes Interesse an diesem Fach, selbst wenn der Unterricht am Nachmittag stattfindet. Konrektor Zwerenz legt vor allem Wert auf die Qualitätssicherung im M-Zug. "Nur wenn alle Schüler, die die M-Klassen der Hauptschulen mit der mittleren Reife verlassen, weiterhin solide Leistungen in den Kernfächern erbringen sowie über Schlüsselqualifikationen wie Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit oder Flexibilität verfügen, haben sie wie bisher auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen."

Durch die drei Standorte im Landkreis, Aichach, Friedberg und Mering, haben alle geeigneten Schüler die Möglichkeit, in kurzer Zeit mit dem AVV eine dieser Schulen zu erreichen. Die Fahrtkosten werden dabei vom Landkreis übernommen.

Anmeldungen für die Klassen M7 bis M9 nimmt die vom Kind derzeit besuchte Schule die nächsten beiden Wochen entgegen. Auch die Schüler, die nach der 9. Klasse in die 10M übertreten wollen, können sich jetzt vorläufig anmelden.

Auch diese Hauptschüler in Aichach wollen die mittlere Reife erreichen: Das Bild zeigt die Klasse 9M mit Klassenleiterin Krista Hammer

Aichacher Nachrichten, 01.03.2005